Oslo, was kann man sich wohl in Oslo alles ansehen, oder besser, muss man sich als guter Touri in Oslo alles ansehen? Diese Frage quälte uns während der Vorbereitung der Norwegenreise schon ein wenig, denn davon ist schließlich auch die Anzahl der Übernachtungen und der weitere Verlauf der Reise abhängig.
Zum Glück kenne ich da einen Kollegen, der in Oslo leiert war. Also lag doch nichts näher als mit ihm Kontakt aufzunehmen und ihn mal zu fragen ob er zufällig zur gleichen Zeit in Oslo ist.
Und da war er wieder der Fettnapf, in den man halt ab und an mal treten muss, denn es hatte sich aus geoslotet.
Auf meine Anfrage zu Kaffes, kleinen Restaurants und wichtigen Punkten in Oslo, die vieleicht auch fernab der normalen Routen liegen, gab er mir zur Antwort, dass da nichts mehr wäre, was ihn nach Oslo zöge. Er hätte aber von seiner Ex noch einen Reiseführer, der mit tausenden kleinen bunten Klebezettel, teilweise mit tollen Kommentaren überseht war, bekommen, den er mir gerne zur Verfügung stellen könne. Ein paar Dinge, die ihm darauf hin scheinbar gerade mal so eingefallen sind, waren schon Minuten später mit genauen Beschreibungen via WhatsApp auf meinem Diensthandy eingegangen. Den Reiseführer hatte ich mir dann kurz vor dem Urlaub noch abgeholt und da war dann schon klar, dass wenn wir uns nur ein Drittel der markierten Punkte anschauen wollten die angedachten zwei Tage bei weitem nicht ausreichen würden.
Und jetzt saßen wir im Bus Nr. 42 der direkt von unserem Campingplatz in die Stadt führte und mir ist aufgefallen, dass ich seine Tipps nicht auf mein privates Handy weitergeleitet habe.
Man(n) wird wohl doch älter 🙂
Auf meine kurze Anfrage, zum Glück hatte ich seine Mailadresse und die Telefonnummer privat gespeichert, hat er mir diese Nachrichten dann kurzfristig noch einmal zukommen lassen.
Die Tipps waren wirklich klasse und der Tag gerettet! Danke Tim!
Von Andrea und Bernd (hey Bernd, Kopf hoch und weiterhin gute Besserung), die im letzten Jahr eine ähnliche Tour durch Norwegen gefahren sind, haben wir den Tipp bekommen, abends eine Bootsfahrt mit Krabbenessen bis zum Abwinken, zu buchen. Die Tickets hatten wir gestern Abend schon Online gebucht. Um auf Nummer sicher zu gehen und weil wir genau wissen wollten wo das Boot im Hafen liegt, sind wir als erstes die Strandpromenade entlang, bis zu den Anlegestellen gegenüber dem „neuen“ Rathaus gelaufen.
Jetzt konnten wir den restlichen Tag und die Orte, die wir uns anschauen wollten, genau planen.
Zunächst ging es dann zur Tourist-Information im alten Bahnhof, um uns einen kleinen Stadtplan zu organisieren und auch dort mal nach den Orten zu fragen, die man unbedingt gesehen haben muss. Da sich deren Info in etwa mit unseren deckten, gab es hier zumindest schon mal keine großen Überraschungen. Auf dem Weg dort hin, sind wir in der Fußgängerzone an einem kleinen Kaffee vorbei gekommen, dass uns geradezu gerufen hat hier eine kurze Pause zu machen, ein Tässchen Kaffee zu trinken und eine Zimtschnecke dazu zu essen. An einem Tisch vor dem Kaffee, waren am Tisch eines älteren Herren, noch zwei Plätze frei, die quasi auch wie für uns bestimmt waren.
Mit ihm entstand ein sehr nettes Gespräch über Oslo, seine Sehenswürdigkeiten und darüber wie diese Stadt teilweise an den viele Touristen kaputt gehen wird. Er kritisierte nicht die „normalen“ sondern eher die Schiffsreisenden, die zu tausenden in die Stadt einfallen. Er hat uns empfohlen, dass wir uns unbedingt die Oper und den Vigeland-Park anschauen sollten.
Auf unsere Tour im letzten Jahr hat es sich bewährt, in den größeren Städten (Stockholm und Kopenhagen) zunächst mal eine Rundfahrt mit einem „Hopp On, Hopp Off“ Bus zu machen, um dann zu entscheiden, welche Sehenswürdigkeiten wir zu Fuß miteinander verbinden können und wo eine Fahrt mit dem Bus vorteilhafter ist. So sind wir dann also eine komplette Runde von ca. 90 Minuten mit diesem Bus gefahren und hatten zumindest schon einmal einen Eindruck von den wichtigsten auf dessen Route liegenden Punkten und Haltestellen bekommen. Und das waren so viele, dass wir uns dazu entschlossen hatten, heute nur durch die große Fußgängerzone in die Altstadt, zur Oper und dann entlang des Hafens zurück zur Anlegestelle des Bootes zu laufen.
Da der heutige Tag mit seinen rund 28° auch für uns der erste heiße Sonnentag war, hatten wir auch ganz schön zu kämpfen und einiges mehr an Pausen eingelegt, als es ursprünglich geplant war. Viel Trinken führt halt auch dazu, dass man immer mal wieder eine Pause einlegen muss.
Grundsätzlich waren wir ja auch nicht auf der Flucht und was wir uns nicht ansehen, konnten wir entweder auf den nächsten Tag, oder die nächste Reise nach Oslo verschieben.
Die Punkte, die wir uns vorgenommen hatten, haben wir besichtigt und dann beschlossen, das wir uns frühzeitig in Richtung Anlegestelle begeben, denn wir hatten ja noch die Tour mit dem Boot vor uns und eine weitere kleine Pause mit einem kühlen Getränk hat ja auch etwas für sich.
Ich hatte am Morgen auch das Oberteil unserer Espressokanne eingepackt, vielleicht finden wir ja ein Geschäft, in dem wir eine neue Dichtung bekommen. Im Netzt waren zumindest zwei Geschäfte angezeigt worden, die diese Art der Kannen auch vertreiben. Während wir so im Schatten auf einer Bank vor dem Haus des Nobel-Friedenscenter gesessen hatten, ist mir das dann auch wieder eingefallen und ich hatte noch mal schnell nachgesehen, wo die beiden Läden sind. Da einer nur drei Minuten entfernt war, bin ich schnell hingelaufen, aber leider ohne Erfolg. Man konnte mir aber zumindest ein weiteres Geschäft benennen, das größer ist und auch mehr Ersatzteile haben soll. Also was für Morgen!
Zurück bei Ruth haben wir uns dann direkt zum Hafen aufgemacht, damit wir da nicht die letzten am Boot sind und uns einen guten Platz aussuchen können.
Die Bootsfahrt war einfach nur schön. Wir hatten sehr nette Tischnachbarn, viel erzählt, viel gelacht, zu viel gegessen und den fast – Sonnenuntergang beobachtet.
Alles in allem war es ein sehr gelungener Tag und als wir gegen viertel nach Elf wieder am Campingplatz und im Bulli angekommen sind, waren wir ziemlich platt, haben aber dann noch mit unseren Nachbarn das Fußballspiel unserer Helden bis zum Ende angeschaut.
. . . Fortsetzung folgt . . .