3te Etappe, 23.06.206 – Hirtshals > Kritiansand > RisØr

Um 6:30 Uhr wurden wir mal wieder vom Wecker geweckt, denn wir wollen ja nicht die Fähre verpassen.

Da wir das Frühstücksbuffet auf der Überfahrt mit gebucht hatten, brauchten wir uns morgens auch keinen Kaffe zu kochen, die zwei Stunden bevor es an Bord was zu essen und zu trinken gab, haben wir locker ausgehalten. Es galt also nur die Schlafsäcke einzurollen, das Aufstelldachschlafzimmer einzufahren und los ging‘s Richtung Fährhafen. Wie gestern ja schon geschrieben, war die Fahrt zur Anlegestelle nur 12 Minute. Als wir dann gut eine Stunde vor der regulären Zeit angekommen sind, waren schon einige CheckIn-Spuren geöffnet und es standen nur ein paar Fahrzeuge vor uns in den Schlangen. Und dann hatten wir mal wieder eines dieser typischen Erlebnisse, wenn jeder der erste in einer Abfertigungsspur sein möchte. Wir standen mit ca. 15 Autos gleichmäßig verteilt in den, mit einer grünen Ampel freigegebenen  Spuren, als eine weitere Spur geöffnet wurde. Ein Mitarbeiter von Fjord Line öffnete das Gittertor und schon wurde die Menschheit hinter uns nervös, Motoren gestartet und als die Ampel an der Abfertigung von rot auf grün sprang haben die Bekloppten versucht sich gegenseitig den ersten Platz streitig zu machen. Was für ein Schauspiel. Das Fahrzeug hinter uns hatte es dann tatsächlich geschafft auf gleiche Höhe wie wir zu kommen. Ein riesen Erfolg!! Nur leider hat er die Rechnung nicht mit seinem Vorgänger gemacht. Bei dm stimmte wohl irgendwas mit der Buchung nicht und der junge Mann am Schalter musste zu unserem kommen und nachfragen, wie er damit umgehen soll. Während dessen waren wir fertig, sind aus der Kontrolle in die Abfertigungsspur vor der Fähre gefahren und waren wieder vor ihm. Ein bisschen doof hat er dann schon geschaut, als ich – wir hatten ja noch genug Zeit – aus dem Bulli ausgestiegen bin und Schulterzuckend vor seinem Fahrzeug an unseren Kofferraum bin, um eine Flasche Wasser rauszuholen. Konnte ich mir irgendwie nicht verkneifen. Das Schulterzucken mit einem grinsen im Gesicht kam einfach so, weiß auch nicht woher 🙂

Als es dann gut eine Stunde später, nach vielen netten Gesprächen mit anderen RoadSurfer Fahrern endlich auf die Fähre ging kam der zweite Teil von „Total verpeilt“ oder einfach „dumm gelaufen“:
Bei der Buchung der Fähre muss man ja unter anderem auch die Höhe des Fahrzeuges angeben. Dementsprechend wird man, vor dem befahren der Fähre in die entsprechende Spur geschickt. Klingt logisch und ist ja eigentlich auch eine ganz einfache Angelegenheit. Wenn man aber einen Fahrradständer an seiner Heckklappe vom VW-Bus hat und die Fahrräder dann ca. 60cm über das Dach hinausragen, passt man halt nicht in die angedachte Reihe für bis 2m Höhe in der Fähre. Dumm gelaufen aber nicht nur für den Wagen selbst, alle die dahinter stehen, kommen halt auch nicht richtig in die Fähre. Ein riesen Schauspiel kann ich Euch sagen, bis der Bus dann rückwärts wieder auf die Seite fahren konnte und alle anderen Fahrzeuge daran vorbei fahren konnten.
Ansonsten waren wir dann froh, als es endlich los ging und auch das Frühstücksbufet eröffnet wurde. Das war übrigens mehr als ausreichend und es gab sogar Pancakes. Gruß an Jana 🙂

Nach dem Frühstück ging es dann zu einem kurzen Bummel und Einkauf im Duty Free Shop,  danach haben wir uns auf das Sonnendeck gesetzt und in den bequemen Lounge-Möbeln ein kleines Schläfchen gemacht. Es war angenehm warm aber sehr windig. Bis wir dann angelegt haben war es wieder sehr interessant einfach so da zu sitzen und andere Menschen zu beobachten. Was ich auch sehr interessant gefunden hab, waren die sechs Schornsteine, die unsere Fähre hatte. Drei davon waren grün angemalt und hatten in dicken fette Buchstaben in weiß die Aufschrift: „WE ARE GREEN“. Bei genauerem Hinschauen hat man dann aber gesehen, dass aus den andern, alten schwarzen Schornsteinen der Rauch kam. War wahrscheinlich grüner Rauch . . .

Von der Fähre ging es dann nach dem Anlegen ziemlich zügig runter und die Einreise nach Norwegen war unspektakulär. Da ich unsere mitgebrachten Getränke alle schon Online verzollt hatte, konnten wir auch einfach über die entsprechen Spur durch den Zoll fahren. Die Pässe sind ja schon beim Check In in Hirtshals kontrolliert worden.

In Kristiansand haben wir uns dann einen Parkplatz gesucht und sind noch einmal im Hellen durch die Innenstadt gebummelt. Vor drei Jahren, bei der Rückfahrt von unserer Nordkap Tour, war es ja schon dunkel gewesen als wir aus Richtung Kap-Lindesnes angekommen waren. Den Bahnhof, an dem wir damals übernachtet haben, haben wir fast gar nicht mehr wiedererkannt.

Dann ging‘s auf nach Oslo. Wir hatten uns vorgenommen noch so ca. 3 Stunden zu fahren und dann mal zu schauen, wo ein Campingplatz ist. Entlang einiger Seen und mit einem kleinen Umweg von etwa einer Stunde in der wir in einer total schöne kleine Hafenstadt gewesen sind und um einen sehr schönen und großen See gefahren sind – ich wollte Ruth halt auch mal das andere Ufer zeigen – haben wir uns dann nach etwas über 4 Stunden und 192 gefahrenen Kilometren auf dem Platz „Roed Camping“ in der Nähe von Risor niedergelassen.

Aber damit noch nicht genug:

Beim Abendessen ist mir etwas etwas Kleines, Schwarzes aufgefallen, dass über den Fuß von Ruth gekrabbelt ist. Bei genauerem hinschauen erkannte ich dann, dass es sich um eine Zecke handelte. Ich hab die Zecke dann mit den Fingern aufgenommen und versucht an der Tischkante zu zerdrücken. Dabei ist sie unter meinen Fingernägeln raus gerutscht und wieder in das Gras gefallen. Gefunden habe ich sie dann aber leider nicht mehr. Zwei Stunden später war ich duschen und siehe da, ich wusste wieder wo sie ist. Sie hatte sich in meine Wade gebissen. Zum Glück waren Ruth und ich vor dem Urlaub noch einmal zur Auffrischung der Impfung und hatten eine Zeckenzange dabei. Ziehen musste ich mir das Teil dann selber, Ruth kann zwar Blut sehen, aber sowas geht gar nicht. Zur Desinfektion von außen gab es dann noch ein Spray und von innen den ersten Schluck aus der Flasche Ouzo, die wir uns auf der Fähre gekauft hatten.

Und dann ging‘s ab ins Aufstelldachschlafzimmer. Diesmal ohne Wecker.

. . . Fortsetzung folgt . . .