29.06.2026, 6te Etappe: Lillehammer – Trondheim

Heute sind wir gegen 7 Uhr aufgestanden das Frühstück vorbereitet und erstmal in aller Ruhe gefrühstückt. Die Sonne war zwar schon da, oder sagen wir besser immer noch da, weil es die Temperarturen aber noch nicht ganz zugelassen haben, sind wir bei offenen Schiebetür im Auto sitzen geblieben. Und was hab ich gestern angekündigt, die Fortsetzung des Gesprächs von gestern Abend mit der jungen Mutter von nebenan folgte. Aber nicht weil Ruth sie angesprochen hat, sonder sie kam zu uns ans Auto und hatte dort wieder aufgesetzt, wo sie gestern aufgehört hat.    

Nach dem dann alles wieder für die Abfahrt eingepackt war und wir auch das Aufstelldachschlafzimmer eingefahren hatten, sind wir noch einmal hingegangen und haben uns verabschiedet. Es war sehr schön, dass sie dann auf Ruth zu gekommen ist, sich für die Gespräche bedankt hat und Ruth sogar in den Arm genommen hat. Ich glaube, dass Ruth hier einmal mehr bewiesen hat, dass es wichtig ist, auf jemanden zuzugehen, zuzuhören und ein paar Tipps aus den eigenen Erfahrungen zu geben.  Wollen wir hoffen, dass die drei ihre Reise wie geplant fortgesetzt haben und nicht umgedreht haben.

Wir hatten uns für den heutigen Tag eine Strecke von ca. 380 km bis nach Trondheim vorgenommen.
Aber wie immer nicht nur über die gut ausgebauten Straßen. Zunächst ging es allerdings noch über die E5 bis Ringebu zu der Stabkirche und von dort aus auf ein schmales Sträßchen die Fylkesvei 2204 in Richtung Atna. Und dieses schmale Sträßchen hatte es in sich. Kilometerlange Einsamkeit und plötzlich tauche da mal ein Haus auf und sogar kleinere Dörfer, teilweise oberhalb der Baumgrenze. Die Witterung war sehr gut und durch die hohe Luftfeuchtigkeit in der letzten Nacht war die sich der Hammer. Eine Traumstraße, die sich in meine Reihe der schönsten Straßen die ich je gefahren bin, ganz locker einreihen kann.
Aus „ist zwar ein Umweg aber lass uns doch mal da lang fahren“ wurde mal wieder ein perfektes Erlebnis.
Wenn wir einfach auf der Schnellstraße weiter gefahren wären, hätten wir zwar locker 1 bis 2 Stunden eingespart, un weiter?
Ist doch „peng“ (Gruß an Andreas nach Holland)
Wir haben etliche male angehalten, einfach nur die Aussicht genossen und viele Fotos gemacht.


Als es dann wieder runter ins Tal ging hatten wir Lust auf einen kleinen Snack und ein Tässchen Kaffee. Da es die Norweger scheinbar nicht so mit Kaffees haben, also in dem Stil wie wir das kennen, haben wir in diesen Fällen immer eine Tankstelle angefahren. Die hatten meistens eine WMF Kaffeeautomaten an dem man sich alles mögliche an Kaffeearten zapfen konnte. Diesmal macht allerdings ein kleines unscheinbares Haus, vor dem zwei Tische standen, auf sich aufmerksam. Da an der Wand auch ein Schild .ist der Aufschrift „Kaffee“ hing, habe wir uns einen Parkplatz um die Ecke gesucht und sind da mal rein gegangen. Und zack, die zweite Überraschung heute.
Aber seht selbst!

Diese Art der Einrichtungen gefällt mir sehr gut und die Wurlitzer funktioniert sicherlich noch. Einfach genial.
Der Kaffee wurde frisch für uns gemacht. Die belegten Brötchen mit Käse und Schinken waren sehr interessant belegt. Ich lege mir im Normalfall immer erst eine Scheibe Schicken auf das Brötchen und dann eine Scheibe Käse darauf. Weit gefehlt. Hier wurde der Schinken und der Käse erst zusammen aufgerollt und dann auf das Brötchen gelegt. Egal es war leggar 😉 und genau das, was wir uns als kleine Zwischenmalzeit auch vorgestellt hatten.
Am Nachbartisch nahm dann ein Pärchen aus der Schweiz Platz, das schon drei Wochen unterwegs war und in etwa die gleiche Route gefahren ist, wie wir es noch vor uns hatten. Der Typ fuhr einen alten Mercedes Jeep mit Wohnwagen. Der verrückte hatte die Rückbank im Jeep ausgebaut, damit er dort sein Motorrad transportieren kann. Ich hab nicht schlecht gestaunt, als da eine alte Kawa Z1000 zum Vorschein kam.
Wir kamen vom Stöckchen zum Hölzchen und leider wurde unsere Unterhaltung als es um die Benzinpreise ging, von Schweizer Seite aus, auf die politische Schiene gehoben. Er meinte, dass wir Deutschen grundsätzlich für alles was in Europa falsch läuft verantwortlich sind.
Auf diese Diskussion hatte ich dann mal sowas von überhaupt keine Lust, wir sind dann relativ zügig zum Auto und haben uns weiter auf den Weg nach Trondheim gemacht. Wieder ging es entlang unzähliger Seen und Flüssen in Richtung Norden.

Lieder ist das Wetter, je mehr wir nach Norden gekommen sind, immer schlechter geworden.

Gegen Abend sind wir dann nach 382 km und 6:40 Minuten reine Fahrtzeit auf dem angepeilten Campingplatz angekommen sind. Uns siehe da, ein Paar, das auch schon in Lillehammer auf dem Platz ein paar Autos entfernt gestanden hat, war auch hier hin gekommen. Sie sind auf der direkten Route über die Bundesstraßen gefahren und waren schon über eine Stunde vor uns dort. Aber: wir haben wesentlich mehr gesehen und erlebt! Leider hat das Wetter mittlerweile total umgeschlagen, die Temperaturen sind auf unter 10 Grad gefallen und es hat ein Dauerregen eingesetzt.

Wir haben uns dann nur noch auf die Nacht vorbereitet und Dank der Unterstützung einiger Funkfreunde aus Mainz das Fußballspiel mit Elfmeterdrama angeschaut.

. . . Fortsetzung folgt . . .